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Bekannt wurde Wilhelm Tasso Mattar durch seine thematischen Ausstellungen. Wir erinnern uns an die schon zur Legende gewordene Knochenausstellung "Schmuck in der Wursttheke" in einer Kölner Metzgerei. Diese Ausstellung des "Edlen" in der "Profanwelt" ist ein Beispiel für Mattars Vorliebe der Ästhetisierung von Alltagsgegenständen und von Alltagssituationen.

Schon seine frühen Arbeiten, wie der Betonhalsschmuck von 1985 bei dem das gewohnte Schmuckgold im Beton als Armierung verschwindet, spielen mit der Ambivalenz von Gefühlen aber auch mit der Möglichkeit, ihre Anerkennung als Schmuck zu verspielen.

Ähnlich ergeht es seiner Arbeit, die er "Blitzmann" nennt und dessen Entwurf durch das spanische Hochspannungs- Warnschild angeregt wurde, auf dem ein Mann zu sehen ist, der vom Blitz erschlagen wird und "Todesgefahr" bedeutet. Mattar stellt diesen Todesfall als Brosche dar, ein Medium das zur Dramatisierung solcher Themen denkbar ungeeignet erscheint.

Solche Arbeiten müssen mit Ablehnung und Verweigerung rechnen und doch evozieren sie beim Betrachter auch Neugierde und eine gewisse verwunderte Achtung sowohl für das Schmuckstück als auch für den Träger, wovon sich jeder überzeugen kann, der wie der Schmuckkünstler selbst, das abgebildete Ohrencollier aus Bernstein, tatsächlich in der Öffentlichkeit trägt.

Dieser Schein trügt, denn Mattar sucht gerade mit seinen Arbeiten die individuelle Nähe zu seinem Publikum. Wem sich die Botschaften erschließen, den begleiten sie ein Leben lang. Mattars Arbeiten befinden sich in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen und die Ideen, die er in seinem künstlerischem Schmucklabor entwickelt, beeinflussen seine Arbeit als Designer und Lehrer, ein Zusammenhang, der beim Blättern durch diese web-site deutlich wird.